Reiseziele Thailand

Barfuß durch Bangkok- Tipps für einen Tag in der „Stadt der Engel“

10. November 2016

Flip-Flops sind eine feine Erfindung. Wenn ich bisher skeptisch war, mit den schlichten Zehensandalen durch eine Großstadt zu schlurfen, so sollte sich meine Meinung in Thailand rasch ändern. Denn hier heißt es immer wieder: Schuhe aus! Kein Tempel, keine heilige Stätte, ja sogar in Supermärkten, Restaurants, Apotheken, Läden und einfachsten Verkaufsständen wird höflich darum gebeten, sich seiner Schuhe zu entledigen und barfuß den gewünschten Ort zu betreten. Daran gewöhnt man sich rasch, und das Tragen von benutzerfreundlichen Flip-Flops erleichtert das ständige Prozedere erheblich. Ich laufe gern barfuß, vor allem, wenn es sehr warm ist. Und das ist es in Thailand fast immer. Das erste Mal in diesem Land schlug mir verfrorener Mitteleuropäerin zunächst die feuchtwarme Luft entgegen – eine Wohltat nach dem langen Flug in einem eiskalt klimatisierten Flugzeug. Also ab ins Sommerkleid und los zur Sightseeing-Tour durch Bangkok, das eigentlich „Krung Thep“ heißt, was „Stadt der Engel“ bedeutet.

Ein bißchen „Kleiderordnung“ muss sein…

Wir hatten zwei Tage Zeit für die Metropole mit ihrer stetig wachsenden Skyline, den Klongs (Kanälen), Märkten und Tempeln, und ich lernte als erstes, dass man hier vor allem keine Bedenken vor dem Barfußlaufen haben muss – ausnahmslos alle Stätten, die wir aufsuchten, waren sauber und gut „begehbar“. Das Schuheausziehen hat zum einen den hygienischen Hintergrund (kein Straßendreck), zum anderen zollt man damit Respekt. In Thailand ist es zudem verwerflich, jemandem die Fußsohlen entgegenzustrecken! 

Ein bißchen Kleiderordnung ist allerdings zu beachten – in die Tempel kommt man nur mit bedeckten Schultern und Knien (auch bei Männern sollten die Shorts nicht zu knapp sein). Ein leichtes, großes Tuch kann man schnell über die Schultern werfen, oder man packt einen Pareo in die Tasche, der als langer Rock zwischendurch gute Dienste erweisen kann. Wer gar nicht vorbereitet ist, kann sich gegen eine Gebühr meist auch einen Umhang leihen – den muss man dann aber mit Fassung tragen…

Da wir zur Zeit der Staatstrauer nach dem Tod des Königs in Bangkok waren, wurden wir darum gebeten, uns nach Möglichkeit in gedeckten Farben zu kleiden, weiß, schwarz oder unifarben. Die Thai trauern tatsächlich sehr um ihren verstorbenen König, und überall sah man Aktivitäten der Trauerzeremonien, weiße und schwarze Bänder, Tücher, viele Blumen.

 

Wir hatten in Bangkok einen Stadtführer an unserer Seite, und das erwies sich als sehr hilfreich und entspannend. Die Stadt ist groß, die Kultur eine ganz andere als bei uns, und da ist es schon ganz nett, wenn man ein paar Insidertipps eines Einheimischen zu hören bekommt, der einen zudem zielsicher zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten führt.

Die Highlights einer faszinierenden Metropole

Für den groben Überblick reicht ein Tag, besser sind zwei oder drei Tage, um diese pulsierende, lebendige, vielfältige Stadt kennenzulernen. Die großen Tempel, der Königspalast, eine Flussfahrt auf den Klongs und der Besuch eines Nachtmarktes und einer Rooftop-Bar gehören auf jeden Fall dazu, wir haben außerdem Chinatown besucht und sind auf eigene Faust durch die belebten Straßen gebummelt. Ich werde hier kurz auf die typischen Bangkok-Highlights eingehen und unsere Eindrücke schildern.

 

Die Tempel

Wir waren als erstes beim Wat Traimit, dem „Tempel des goldenen Buddha“, einem prächtigen Bau, in dem sich eine mehr als drei Meter hohe Buddha-Figur befindet, die fast gänzlich aus purem Gold besteht. Das war schon sehr faszinierend und beeindruckend. Auch hier hieß es als erstes: Schuhe aus!, dann folgte der Check der Kleiderordnung (Schultern/Knie bedeckt?), danach betraten wird den wunderschönen Raum mit dem goldenen Buddha.

Golden Buddha

Wat Traimit

 

Anschließend ging es weiter zum Wat Pho, in dem die weltbekannte liegende Buddha-Statue zu bestaunen ist. Barfuß und erfürchtig betraten wir den riesigen Saal, und es bereitete nicht nur uns einiges Kopfzerbrechen, wie man denn den gesamten Buddha-Körper auf ein Foto bekommen soll… Die Figur ist 46 Meter lang und 15 Meter hoch und wurde rundum vergoldet, das Innere besteht aus Ziegelsteinen. Wunderschöne Intarsien am Fußende zeigen filigrane Arbeit.

Wat Pho

Die Außenanlagen des Wat Pho fand ich wunderschön. Rot und golden glänzten die Dächer in der Sonne, liebevoll gestaltete Pflanzenarrangements und buddhistische Figuren wirkten auf mich wie aus einer anderen Welt, so schön war das alles anzusehen.

So schön wie aus einer anderen Welt

Den Königspalast konnten wir aufgrund der Trauerzeremonien leider nicht besichtigen, er war für Touristen nicht zugänglich. So bewunderten wir ihn von Weitem und schworen uns, die beim nächsten Thailand-Besuch nachzuholen.

Der „Tempel der Morgenröte“, Wat Arun, war unsere nächstes Ziel. Mit der Fähre überquert man den Chao-Phraya-Fluss und landet im Märchen… Ich war hellauf begeistert, das war alles so wunderschön, auch wenn wir leider auch hier ein klein wenig Pech hatten, denn der Haupttempel (Phra Prang) war eingerüstet und wurde renoviert. So besichtigten wir die Nebengebäude mit der Ordinationshalle, deren Dach mit Keramikkacheln gedeckt ist. Auch hier findet man vergoldete Buddha-Statuen und – natürlich – Ansammlungen von Schuhen vor den Eingängen.

Wat Arun, Torbogen

Wat Arun

 

Die Flussfahrt durch die Klongs

Mit einem der typischen Bangkok-Boote („Longtail-Boats“) ging es für uns weiter in die Kanäle der Stadt, hinein in ein ganz anderes Bangkok. Die Stadt wurde einst „Venedig des Ostens“ genannt und so fühlt man sich auch auf den vielen verzweigten Wasserstraßen. Hier entdeckten wir als erstes mehrere Warane, die auf den Ufertreppen lagen. Also schwimmen möchte man hier ganz sicher nicht…

Warane und wahnwitzige Mopedfahrer

Am Ufer stehen zum Teil sehr ärmliche, heruntergekommene Hütten, und man erkennt, dass Bangkok nicht nur aus glitzernden Tempeln besteht. Aber die Menschen grüßten alle freundlich, und selbst, als wir das Boot für einen Spaziergang durch die Holzhütten verließen, wurden wir freundlich und offen empfangen. Auch hier – es gab ein kleines Café –  hieß es: Schuhe aus!

Warane

Durch die Klongs

Über die Klongs führen Brücken, die teilweise aberwitzig steil sind und von Mopeds mit viel Anlauf bewältig werden – also Achtung Fußgänger!

An den Ufern der Klongs

Wenn man die Klongs verlässt und durch die Schleuse wieder auf den Hauptfluss einmündet, wird man von Bangkoks Skyline erwartet. Rechts und links am Fluss liegen weitere Tempelanlagen (auch chinesische) sowie Hotels, Einkaufszentren, Märkte. Zu entdecken gibt es viel…

 

Chinatown

Eine Welt für sich… Dank unserem Reiseführer für Bangkok drangen wir in die chinesische Händlerwelt ein und zwängten uns durch eine keine zwei Meter breite Gasse, in der sich die ganze Welt von Chinatown zeigte. Hier schien es alles zu geben – auch Unaussprechliches… Ich habe einen robusten Magen, aber was ich da sehen durfte, war schon etwas grenzwertig… Natürlich gab es auch viele schöne Dinge, die man fast überall auf den Straßenmärkten findet (Stichwort: Winkekatzen!).

Nur für Hartgesottene…

Tausendjährige Eier, Stinkfrüchte, Hühnerfüße, Schweinenasen – es gab nichts, was es nicht gab. Nur geeignet für Hartgesottene, aber hochinteressant!

Chinatown

 

Und noch ein paar Insidertipps…

Wer in Bangkok ist, muss einen Nachtmarkt besuchen. Wer keinen so riesigen Markt wie den bekannten  Chatuchak-Weekend-Market bevorzugt, dem wird der „Patpong“-Nachtmarkt (Silom Road) gefallen. Er war zufällig nur ein paar hundert Meter von unserem Hotel entfernt und befindet sich in einer Nebenstraße. Für plötzlich eintretende Regenfälle sind die Planen schon vorinstalliert, links und rechts des Marktes gibt’s Diskotheken, Bars, Clubs und natürlich auch „Rotlicht-Etablissements“…

Ein Schnäppchen kann man hier immer ergattern, doch sollte man wissen, dass man natürlich niemals Original-Ware („Markentaschen“ etc.) erwirbt. Doch die Auswahl ist groß, die Händler freundlich und nicht aufdringlich; Handeln ist erlaubt.

In der Rooftop-Bar die Aussicht genießen

Und was wäre ein Besuch in Bangkok ohne den Blick von oben auf die nächtlich erleuchtete Stadt? Wir waren im Baiyoke Sky Hotel, in dem sich im 76. Stock ein Restaurant mit abendlichem Büffet (ohne Kleiderordnung) zu vernünftigen Preisen und mit riesiger Auswahl befindet. Der Rundumblick beim Essen ist spektakulär! Ein paar Etagen (83. Etage) höher ist „The Roof Top Bar“ und noch darüber befindet sich eine Aussichtsplattform. Grandios!!!

Ausblick vom Baiyoke Tower

 

Unser Hotel „Furama Silom“ bot uns dann eine weitere Dachterrasse mit kleiner Bar und tollem Ausblick. Der Dachpool war das Highlight, und mit einem Drink in der Hand im Bikini über Bangkok zu schauen – das war einmalig toll! Das Hotel liegt in der Silom Road und damit sehr verkehrsgünstig (nah am Sky Train).

 

Scharfes Essen, kalte Zugluft

Beim Essen sollte man darauf achten, dass es sehr scharf sein kann. Wem es nicht Zunge und Gaumen verbrennen soll, der muss bei der Bestellung um „not spicy“ bitten – das ist meist immer noch scharf genug… Aber es war einfach überall unglaublich lecker, immer frisch und super gewürzt! Und sehr preisgünstig, vor allem auf den Märkten. Frisches Obst wird überall in kleinen Tüten angeboten – die Mangos, Ananas und Papayas sind göttlich!!

Taxifahren ist günstig, aber man sollte vor Beginn der Fahrt den Endpreis aushandeln.

Und noch ein Tipp: Schützt euch vor den meist eiskalt eingestellten Klimaanlagen!! Für die Thai ist Kälte Luxus – für uns Deutsche aber sehr gefährlich (mich hat´s selbst kräftig erwischt). Also packt immer ein Tuch o.ä. in die Tasche (braucht man in den Tempeln sowieso…)!

So, das war ein kurzer Überblick über eine faszinierende Metropole. In Bangkok wird es nie langweilig – die Nächte sind lang, unsere Zeit war dort leider viel zu kurz, aber wir kommen wieder!!

Habt ihr ähnliche Erfahrungen oder weitere Tipps? Dann freue ich mich über einen Kommentar!

 

Herzliche Weltenbummelgrüße von Karo

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