Reiseziele Thailand

Der Klong Plu Wasserfall auf Koh Chang – Naturgewalten und freche Fische

13. November 2016

Es gibt ja so bestimmte Vorstellungen von uns Mitteleuropäern, wie eine tropische Insel auszusehen hat: Tiefgrüner, dichter Dschungel, Traumstrände, Blüten, Affen, allerlei wilde Natur und natürlich ein malerischer Wasserfall. Tja – genau so ist´s! Zumindest auf Koh Chang, der Dschungelinsel im Osten Thailands, ganz nah an Kambodscha und weit weg vom Massentourismus. Hier findet man zu 98% unberührten Dschungel und Wasserfälle für jeden Geschmack.

Obwohl wir eher lieber individuell reisen, musste ein bißchen Mainstream sein, und so wählten wir für unsere Dschungeltrekkingtour den größten und bekanntesten Wasserfall der Insel aus – den Klong Plu Waterfall. Auf Koh Chang gibt es für diesen Wasserfall (und auch viele andere Sachen) verschiedene Schreibweisen – mal heißt er Khlong Phu, mal Klong Plu, dann wieder Khlong Phlu – man kann sich was aussuchen, gemeint ist immer derselbe.

Wie ihr vielleicht im Beitrag zu Koh Chang gelesen habt (hier), waren wir überwiegend mit dem Moped unterwegs und da der Wasserfall nur ein paar Kilometer von unserem Hotel entfernt war, düsten wir also nach dem Frühstück los. Badetücher und Sonnencreme dabei, Bikini und Badehose bereits an und voller Vorfreude auf das, was uns wohl erwartet. Zum Glück war es gerade das Ende der Regenzeit, sodass wir damit rechnen durften, tatsächlich Wasser am Wasserfall zu sehen –  in der Trockenzeit kann der nämlich auch mal tatsächlich völlig trocken sein.

Wir fuhren am Klong Prao River entlang bis zur Eingangsstation in den Nationalpark. Der Eintritt kostete 200 Baht pro Person, das sind etwa 5,-€. An der Station gibt es Imbiss- und Verkaufsstände, Toiletten und einen Parkplatz. Wir stellten das Moped ab und machten uns auf den Weg in den Dschungel.

Beim Laufen muss man aufpassen, sich nicht aus Versehen an einer Schlange statt einer Liane festzuhalten

Es waren kaum Leute unterwegs, und so liefen wir streckenweise allein. Ich hatte zum Glück meine rutschfesten und wassertauglichen Segel-Sandalen an, was sich als Glücksfall erwies, denn schon bald wurde der Weg glitschig und man ging durch große Wasserpfützen und kleine Bachläufe. Insgesamt war aber alles gut begehbar, wenn man auch aufpassen musste, wo man hintrat. Wurzeln, glitschige Steine, Wasserlöcher, Stufen usw. erforderten unsere volle Aufmerksamkeit. Sich irgendwo blindlings am nächsten Baum festzuhalten, ist keine gute Idee, denn möglichweise erwischt man statt der hängenden Liane die nächste Baumschlange – also Augen auf!

Tinnitus durch Zikadengeschrei

Was ich beachtlich fand, war dieses ohrenbetäubende Konzert der Zikaden und Grillen – es fühlte sich an wie ein schwerer Tinnitus im Ohr… Aber diese wilde, wuchernde, üppige tropische Natur – überwältigend!!

Nach ca. 20 Minuten erreichten wir schon den Wasserfall – wahnsinnig schön!Wir schulterten unsere Taschen und kämpften uns an einem der gespannten Halteseile entlang ans andere Ufer. Das war gar nicht so einfach, denn der Druck des abfließenden Wassers zog mir fast die Beine weg. Zum Glück hatte ich die Wassersandalen an, denn wenn man hier barfuß keinen Halt auf den Steinen findet, rutscht man leicht ab…

Am anderen Ufer angekommen, bestaunten wir erstmal die Szenerie. Einige Besucher schwammen, andere sonnten sich auf den Felsen, ein paar schauten einfach ehrfürchtig den Wassermassen zu. Im kleinen „Naturpool“ unterhalb des Wasserfalls waren Seile an den Felsen verankert, damit der Ein- und Ausstieg überhaupt möglich war. Man musste sich quasi „abseilen“ und „zu Wasser lassen“ – ich habe dabei sehr gelacht, denn elegant und anmutig das sah das bei keinem aus…

Mutig hinein in den Fischschwarm

Im Wasser selbst, das angenehm kühl war, schwammen Dutzende Fische (wir nahmen an, es waren Forellen), die von einigen Besuchern gefüttert wurden. Durch diesen Fischschwarm musste man erstmal durch, um schwimmen zu können – sie bissen zwar nicht, aber angestupst haben sie uns schon ständig…

Als der einfachste Weg, ins Wasser zu gelangen, erwies sich ein kühner Sprung vom Felsen – dann konnte man dem uneleganten Abseilen entgehen und musste nicht durch die hungrigen Fische… Weit abtreiben konnte man ja nicht, denn das Areal war mit Seilen gut gesichert – man konnte jederzeit an einem der Seile wieder auf die Felsen zurückklettern.

Beachtlich war die natürliche „Gegenstromanlage“ unterhalb des Klong Plu. Beim Schwimmen Richtung Wasserfall kam man kaum vorwärts (ich überhaupt nicht…), rückwärts ging´s dagegen ziemlich rasant! Wir hatten eine Menge Spaß und kletterten noch ein wenig auf den Felsen herum, bis wir vom zuständigen Ranger zurückgepfiffen wurden – er passt dort auf, dass keiner zu hoch klettert, denn das kann echt gefährlich werden, da die Steine sehr glatt waren.

Nach einer Weile schlugen wir den Rückweg ein, beseelt von diesen schönen Eindrücken und dieser wunderbaren urtümlichen Natur. Ich denke oft an dieses fantastische Erlebnis zurück, vor allem, wenn es hier in Deutschland grau und kalt ist… Manchmal werden Träume und Idealvorstellungen eben doch wahr – zumindest auf Koh Chang 

 

Tipps:  • feste, wassertaugliche, rutschsichere Schuhe anziehen

               • Sonnenschutz und Handtücher nicht vergessen, Sachen möglichst

                 wasserdicht verstauen

               • beim Klettern auf den Felsen gut an den Seilen festhalten

                 (hohe Rutschgefahr)

               • Imbiss mitnehmen – direkt am Wasserfall gibt es (zum Glück)

                 keine Verkaufsstände

               • nicht in den ungesicherten Stellen schwimmen – der Sog zur

                 nächsten (unteren) Wasserfallstufe ist äußerst stark

 

Herzliche Weltenbummelgrüße von Karo

 

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2 Kommentare

  • Reply Herbb 24. November 2016 at 4:42 am

    Hallo Karo,
    deine Berichte zu Koh Chang lassen alte Erinnerungen aufleben. Ich war im März gegen Ende der Trockenzeit dort an den Wasserfällen, allerdings waren die damals fast Wasserfrei. Der Wasserfall war damals nur ein kleines Rinnsal und an dem Beckenrand sah man dass mindestens 2 Meter Wasser fehlen. Am Buddhaview haben wir bei einem guten Cappu auf das Meer geschaut und relaxt.
    Hier kannst du, wenn du willst alles nachlesen. http://www.servus-servus.de

    Gruß

    Herbb

    • Reply Karo 24. November 2016 at 6:01 pm

      Hallo Herbb,

      vielen Dank für deinen Kommentar, ich freue mich, dass meine Beiträge Urlaubserinnerungen wachrufen… Ja, mit dem Wasserfall hatten wir Glück, zum Baden war das ideal. Ich schaue mir gern deine Seite an!

      Viele Grüße,
      Karo

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