Reiseziele Thailand

Koh Chang – Thailands Trauminsel im Golf von Siam

11. November 2016

Eigentlich war alles ein großer Zufall. Eigentlich wollte ich gar nicht nach Thailand, denn es schien, es würde die halbe Welt dorthin verreisen. Doch ein glücklicher Zufall bzw. ein unschlagbares Reiseangebot hat uns nun doch zunächst nach Bangkok (hier mehr) und nun auf diese Trauminsel verschlagen, von der ich vorher noch nie etwas gehört hatte. Phuket, Koh Samui und Khao Lak – klar, die kennt man, aber Koh Chang? Und nun bin ich total in diese Insel vernarrt und möchte auf der Stelle dorthin zurück! Koh Chang ist ein wahres Dschungelparadies ohne Massentourismus, mit 98% Urwald und nur einem kleinen Streifen Zivilisation an der Westküste. Es gibt an den Uferzonen ein paar Siedlungen, eine einzige Straße führt (fast) um die Insel herum, im Inselinneren findet man jedoch außer tiefstem Dschungel mit Bergen, Wasserfällen, Schluchten und ein paar Flüssen nichts außer wilder Natur.

Kein Massentourismus, keine Hotelburgen – stattdessen dichter Dschungel und Traumstrände

Koh Chang bedeutet „Elefanteninsel“ und wurde erst vor 17 Jahren für den Tourismus freigegeben. Der größte Teil der Insel ist Naturschutzgebiet und wird es hoffentlich auch bleiben. Hier findet man keine Hotelburgen und keine lauten Partymeilen, die Einwohner sind offen und freundlich und man fühlt sich als Gast tatsächlich überall willkommen. Die Insel ist nicht groß, das meiste Touristische spielt sich an der West- und Südküste ab und man findet überall noch einen stillen, einsamen Platz am Strand.

Gut, wir waren zum Ende der Regenzeit (Anfang November) dort und es gab tatsächlich auffallend wenig Reisende. Möglich, dass es zur Hauptsaison anders aussieht. Wer mit ein paar Regenschauern leben kann (warm ist es ja trotzdem immer), dem empfehle ich Ende Oktober/Anfang November zu reisen. Die Sonne scheint oft, die Schauer werden weniger, und man kann die Insel in aller Ruhe entdecken.

Wir waren eine Woche auf Koh Chang und ich möchte unsere schönsten Erlebnisse und die besten Tipps für einen Urlaub auf Koh Chang hier kurz zusammenfassen.

Die Strände

Klar, auf einer tropischen Insel erwartet man natürlich tolle Strände. Die gibt es hier auf jeden Fall! Sie befinden sich an der Westseite der Insel und heißen (beginnend im Norden): Chang Noi Beach, White Sand Beach, Pearl Beach, Chai Chet Beach, Klong Prao Beach, Kai Bae Beach, Lonely Beach, Bai Lan Beach und Klong Kloi Beach.

Wir haben nicht alle besucht, aber ich kann auf jeden Fall den nördlichen Teil vom Klong Prao Beach, den nördlichen Teil vom Lonely Beach und den Kai Bae Beach (bei Sonnenuntergang) empfehlen. Die Strände sind traumhaft schön, fast immer sehr flach und sauber, überall hängen Schaukeln in den Bäumen, man findet auch überall Schatten durch Palmen o.ä.

Postkartenstrände wie im Märchen

Am White Sand Beach ist am meisten los, hier stellen die Restaurants abends die Tische an den Strand, hängen bunte Lampions auf und man kann mit den Füße im Sand und Blick auf den Sonnenuntergang essen. Wahnsinnig schön… Der Strand ist ziemlich breit und sehr lang, es lohnt sich, ein wenig Richtung Norden zu laufen, da wird es ruhiger.

White Sand Beach

Der Klong Prao Beach ist auch toll und sehr lang, er wird durch eine Flussmündung in der Mitte unterteilt. Als wird dort waren, sahen wir nur noch ein paar wenige andere Menschen – man fühlt sich fast wie Robinson…

Klong Prao Beach

Klong Prao Beach

Klong Prao Beach

Der Kai Bae Beach ist bei Flut sehr schmal, aber durch die fast waagerecht hängenden Palmen vermittelt er den typischen „Postkartenstrand“ und ist vor allem bei Sonnenuntergang schön, da fast gänzlich leer.

Kai Bae Beach

Am Lonely Beach waren wir mehrfach. Man parkt am besten am Siam Beach Resort und läuft durch die Hotellobby. Hier erwartet euch ein Traumstrand mit kleiner Schnorchelbucht am nördlichen Ende und chilligen Bars am südlichen Ende. Hier ist für jeden etwas dabei!

Lonely Beach

Lonely Beach

Wichtig: Hohen Sonnenschutz verwenden und gleich morgens als erstes auftragen! Man unterschätzt sehr leicht die Kraft der Sonne, zumal wenn man im flachen, warmen Wasser rumliegt (29 Grad Wassertemperatur!)… Wenn man doch einen Sonnenbrand bekommt, hilft Aloe Vera Gel sehr gut, das man dort in jedem Shop für wenig Geld bekommt.

 

Shoppen in Bang Bao

Bang Bao ist ein kleines Fischerdorf ganz im Süden der Insel, das gänzlich auf Stelzen ins Meer gebaut wurde. Hier kann man wunderbar shoppen, vor allem bei Regenschauern, da die „Einkaufspassage“ überdacht ist. Es gibt wunderbare kleine Läden und viele gute und sehr originelle Restaurants mit fantastischem Essen.

Bang Bao

Bang Bao

Bang Bao Leuchtturm

Man kann von Terrasse zu Terrasse bummeln über die Holzstege und sich am Ende der Pier beim Leuchtturm die bunten Fischer- und Ausflugsboote ansehen. Hier kann man auch alle Boots,- Schnorchel- und Tauchausflüge buchen.

Shoppingwahn im Pfahldorf – so viele bunte Kleider!

Einzukaufen gibt es viele schöne Dinge – bunte Kleider (ich konnte mich kaum bremsen!), Schmuck, Taschen, Lederwaren usw. Aufpassen sollte man aber bei Schals und Tüchern aus Thai-Seide – hier muss man darauf achten, dass es wirklich Seide ist und nicht Polyester! Ich habe mir ein Thai-Seidentuch gekauft, das wirklich wunderschön ist, weich, kühl und trotzdem wärmend, und diese Farbe! Das kostet mind. 350-380 Baht (ca. 10,-€ – ein echtes Schnäppchen für uns!) – aber für unter 200 Baht kann man hier kein Original erwarten, das wird dann eher aus Polyester sein… Thai-Seide ist nicht glatt, man sieht und fühlt kleine Knötchen – achtet mal darauf und geht lieber ein bißchen mehr aus, Handeln ist ja trotzdem noch drin!

 

Moped fahren

Sich in Koh Chang fortzubewegen, ist einfach. Man kann sich ein Mietauto leihen – davon rate ich aber ab. Zu stressig: Linksverkehr, kaum echte Verkehrsregeln, die Straßen sind eng etc.

Taxis bekommt man überall, sie fahren ständig und sammeln die Fahrgäste, die mitwollen, unterwegs ein. Man handelt den Preis aus, steigt ein und fährt bis zum Ziel mit. Simpel, günstig und entspannend!

Abenteuer pur – mit dem Moped auf der Berg- und Talbahn

Wir haben uns allerdings für die abenteuerliche Variante entschieden und uns ein Moped gemietet, das in unserem Hotel (und auch überall sonst) für ca. 5,-€ am Tag zu leihen ist. Dazu braucht man ein bißchen Mut, und Vorerfahrungen können definitiv nicht schaden! Denn die Straßen auf Koh Chang können unglaublich steil sein, wahnwitzig engkurvig und kosten schon Nerven… Ich habe mich manchmal vor Lachen kaum festhalten können, denn man glaubt es nicht, wenn man diese Straßen nicht selbst gefahren ist… Das Moped war sehr gut motorisiert und schaffte selbst die steilsten Anstiege, da waren wir echt baff… Es war auf jeden Fall eine sehr abenteuerliche, lustige Erfahrung, die uns aber auch viel Freiheit, Mobilität und Flexibilität bot. Die Mopeds haben Stauraum im Sitz, da haben wir unsere Badetücher usw. untergebracht – sehr praktisch.

 

Schnorcheln

Vor Koh Chang gibt es einige Riffe und viele bunte Fische. Ein Paradies für jeden Schnorchler und Taucher! Die Ausflüge kann man in jedem Hotel buchen und die Auswahl ist riesig: Halb- oder Ganztagestouren, Speedboat oder Fischerboot, mit Dinner oder ohne… Man wird im Hotel abgeholt und wieder zurückgebracht. Unsere Ausrüstung war super, es lohnt sich also auf jeden Fall, die Unterwasserwelt hier zu entdecken. Die Boote fahren die zahlreichen vorgelagerten Inseln an und machen auch Badestopps.

 

Wasserfälle und Dschungeltrekking

Auf Koh Chang gibt es sechs Wasserfälle, der bekannteste und größte ist der Klong Plu. Zu den meisten kann man wandern, muss sich aber bewusst darüber sein, dass man im tiefsten Dschungel ist! Also möglicherweise gibt es Spinnen, Schlangen, Affen, Echsen und anderes Getier… Der Weg zum Klong Plu ist aber gut ausgebaut und man kann dort baden, für uns war dieses Erlebnis eines der schönsten (Beitrag hier)!

In the jungle, the mighty jungle…

Ansonsten sollte man nicht allein bzw. nur mit ortskundigem Führer in den Dschungel ziehen. Wie schon beschrieben, gibt es kaum Straße und Wege und es wird abends sehr schnell dunkel. Geführte Trekkingtouren werden auch überall angeboten.

 

Thai-Massage

Na, das ist doch mit das Wichtigste in Thailand, oder? Thaimassagen werden hier an jeder Ecke angeboten. Wir haben uns für das Spa in unserem Hotel entschieden, da ich davon ausgehe, dass die Masseurinnen hier gut ausgebildet sind. Denn: Die Original Thai-Massage tut weh!!! Ich war völlig ahnungslos und wusste gar nicht, was auf mich zukommt. Natürlich hatte ich schon einige Massagen in Deutschland etc., aber das hier sollte eine ganz neue Erfahrung sein…

Eine Original Thaimassage ist vor allem – schmerzhaft!

Ich musste mich ausziehen und einen braunen Kittel (zumindest so ähnlich – ein riesiges weites Oberteil und eine Hose, in der ich fast ertrunken bin) anziehen. Dann legte ich mich in einem schönen blumengeschmückten Raum auf die Matte auf dem Boden und los ging´s… Die kleine Thai, die das Prozedere an mir durchführte, kniete sich auf mich und ließ ungeahnte Kräfte walten! Unter meinem „Kittel“ wurde ich zunächst mit einer duftenden, aber stark wärmenden Salbe eingerieben und dann drückte, zog, dehnte, bog, strich, klopfte sie auf mir herum – und zwar  überall, von den Zehen bis zum Gesicht. Die klassische Thai-Massage hat ihren Fokus auf der ayurvedischen Lehre und wendet starke Dehn- und Streckpositionen an, die mich zum Teil an meine Schmerzgrenze brachten. Aber das Resultat: Tiefenentspannung am Tag danach! Also Augen zu und durch…

Wichtig: Vorher duschen, aber Haarewaschen oder Makeup ist unnötig, da auch Kopfhaut und Gesicht massiert werden. Und nicht mit Sonnenbrand massieren lassen!!

 

Elefantentrekking

Was wäre ein Besuch der Elefanteninsel ohne ein Ritt auf den Dickhäutern? Auf der Insel gibt es mittlerweile vier oder fünf Elefantencamps, von denen ich aber nur eines empfehlen kann: das Baan Kwan Chang Camp im Norden der Insel.

Hier werden die Tiere weitgehend artgerecht gehalten mitten im Dschungel, und nicht – wie in den anderen Camps bei Klong Prao – an der Straße in einer Reihe aufgereiht. Das Camp gehört der Elephant Foundation an und bietet Ausritte in den Dschungel, Füttern und Baden mit den Tieren an. Für uns was dieses Erlebnis absolut großartig, ein ausführlicher Beitrag ist hier !

 

Essen und Trinken

Hmmmm, kulinarisch ist Thailand (neben Italien) derzeit mein Favorit. So lecker (und preiswert!) habe ich vorher selten gegessen. Es schmeckte einfach überall – ob in der Garküche am Straßenrand (Tipp: Reiswurst probieren – das sind kleine runde Würstchen am Spieß) oder in den Restaurants. Frische Thai-Gewürze, frischer Fisch oder Meerestiere, viel (!!!) Knoblauch, köstliche Saucen – ach, ich könnte stundenlang vom Essen schwärmen. Besonders toll fand ich das typische Thai-Nudelgericht Pad Thai (gebratene breite Glasnudeln mit Huhn oder Shrimps) und die Kokosmilch-Zitronengras-Hühnersuppe Tom Kha Gai (Rezept folgt!). Göttlich!

Garküche am Straßenrand

Marktstand in Klong Prao

Bier (Chang oder Singha sind die einheimischen Varianten) und Cocktails gibt es überall, Wein ist ein wenig teurer und nicht in jedem Restaurant zu haben.

Drei Insidertipps für besondere Abende zu zweit

Ich möchte euch für Koh Chang besonders diese drei Restaurants empfehlen, die sich alle für einen besonderen, romantischen und außergewöhnlichen Abend eignen:

Das Buddhaview in Bang Bao – hier sitzt man in einem superschön dekorierten Lokal auf Stelzen über dem Meer, die Tische befinden sich einen halben Meter über dem Holzboden und man kann die Beine unter dem Tisch fast im Wasser baumeln lassen. Kuschelige Liegen zum Relaxen und grandioses Essen runden das Ganze ab – Beitrag hier !

Das „Buddhaview“ in Bang Bao

Das Restaurant des Resorts Gajapuri am Klong Prao Beach ist klein, liegt aber direkt am Strand und bietet einen unvergleichlichen Blick auf den Sonnenuntergang. Palmen, Schaukel am Strand und Kerzen auf dem Tisch inklusive – Romantik pur! Mehr hier: http://www.gajapuri.com

Man biegt an der Hauptstraße in Klong Prao rechts ab (bei dem großen Schild „Gaja Puri Resort“), geht dann durch die Hotellobby bis hinunter zum Strand. Die ganze Anlage ist übrigens ein Traum…

Quelle: www.gajapuri.com

Quelle: www.gajapuri.com

Der dritte Tipp ist das Restaurant des Centara Resort (http://www.centarahotelsresorts.com). Hier waren wir durch Zufall an unserem letzten Abend – und es war die absolute Krönung eines wunderschönen Urlaubs!

Das Centara-Restaurant  liegt ebenfalls in Klong Prao, auch hier biegt man an der Hauptstraße rechts beim Schild („Centara Tropicana Resort“) ab und fährt ca. einen Kilometer bis zu Resorteingang. Dann wieder durch die Lobby bis zum Strand – und wow! Überall Kerzen, Live-Gitarrenmusik, eine traumhafte Dekoration, schöne Loungemöbel und ein unvergesslicher Abend bei bestem Essen. Dau schien der Mond durch die Palmen, das Meer rauschte – was soll ich noch mehr sagen?

Quelle: www.centarahotelresorts.com

Quelle: www.centarahotelresorts.com

Bars gibt’s an der Hauptstraße für jeden Geschmack. Die meisten sind sehr originell eingerichtet (Teakholzschaukeln, große Loungebereiche) und – was mir auffiel – die Toilette waren zu fast 100% immer pieksauber! Da stört auch nicht, dass man meist barfuß unterwegs ist (siehe Bangkok-Beitrag hier)…

Am Klong Prao Beach

 

Und noch ein paar allgemeine Tipps

Mücken gab es zu unserer Reisezeit (Ende Oktober/Anfang November) so gut wie gar nicht!! Ich hatte vorsichtshalber zwei Dosen Mosquitospray im Koffer – völlig umsonst… unglaublich, aber wahr! Trotz des schwülwarmen Klimas und des vielen Wassers – kaum Mücken… Ich hatte vielleicht drei Stiche im gesamten Urlaub. Die Malariagefahr ist damit verschwindend gering, was uns auch unser Reiseleiter in Bangkok bestätigte.

Regenzeit ist bis Oktober/Mitte November. Wir fuhren zum Ende der Regenzeit – es war ideal, oft sonnig, ein paar heftige, kurze Schauer, immer warm, nicht zu voll. Man hat Platz am Strand und in den Restaurants, kein Gedränge in den Tempeln und genügend Auswahl an Aktivitäten mit freien Plätzen.

Vorsicht vor den Klimaanlagen: draußen heiß, drinnen kalt – das ist nicht gesund… In Taxis und in geschlossenen Räumen besser immer ein Tuch mitnehmen!

Beim Taxifahren (es sind größtenteils offene Pickups mit zwei Sitzbänken) immer gut festhalten, denn die Kurven und Steigungen haben es in sich. Und vorher Preis aushandeln!

Zum Thema Kriminalität: Ich habe mich selten so sicher und wirklich willkommen gefühlt wie auf Koh Chang. Trotzdem auf Märkten die Tasche geschlossen halten und nicht mit zu viel Schmuck provozieren (versteht sich ja eigentlich von selbst).

Zur Kleidung: Flip-Flops, paar Kleider oder Shorts, Shirts und ein paar bunte Tücher (vielseitig einsetzbar…)- mehr braucht man eigentlich nicht… Männer müssen hier auch in gehobeneren Restaurants keine Hemden tragen, aber in Badekleidung sollte man abends natürlich nicht essen gehen.

So, und nun möchte ich wirklich bitte dringend unbedingt zurück auf die Insel 🙂 Koh Chang hat mich total begeistert, und obwohl es mein erstes Mal in Thailand war, wird es auf gar keinen Fall das letzte Mal gewesen sein! Die Insel ist ein ideales Ziel für entspannte Reisende, die den Trubel in Phuket etc. umgehen wollen, aber dennoch ein tropisches Paradies mit sehr freundlichen Einwohnern erwarten – willkommen auf der Dschungelinsel!

Koh Chang –

 

Herzliche Weltenbummelgrüße von Karo

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