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Rügen mit Hund: Vom Urlaub im Kapitänshaus und Wandertouren am Abgrund

18. April 2017

Mit alten Gewohnheiten ist das so eine Sache. Bevor Schafpudel Lupo bei uns einzog, habe ich meine Kurzreisen meist innerhalb weniger Tage geplant – recherchiert, ausgesucht, gebucht, fertig. Das ist ein bißchen anders geworden, seit ich mit unserem nun 18wöchigen Vierbeiner unterwegs bin. Hier will im Voraus vieles berücksichtigt werden – ist die Unterkunft hundefreundlich? Gibt es einen Garten? Welche Touren bieten sich vor Ort mit einem noch so jungen Hund an, wo ist der nächste Tierarzt usw…. Mein Kurztrip nach Rügen richtete sich also vor allem nach der kleinen Fellnase – und meine Tipps dazu lest ihr hier!

Rügen ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert. In der Nebensaison zu fahren, hat aber viele Vorteile, die ich noch nennen werde. Also folgte ich kurzerhand dem Wunsch meines Hundes – Hauptsache ans Wasser! Der kleine Racker liebt Wasser und ich war seit vielen Jahren nicht mehr auf Rügen, also fiel die Wahl auf Deutschlands größte Insel. 3 Tage Kurzurlaub vor Ostern sollten es sein – und in diesem Beitrag habe ich ein paar Tipps für alle Reisende mit (Jung-)Hund zusammengetragen, die natürlich auch für alle Nicht-Hundebesitzer geeignet sind.

Die perfekte Hunde-Ferienwohnung im Wieker Kapitänshaus

Es war klar, dass ich nicht in ein Hotel wollte, um mehr Freiraum für den Hund zu haben. Ein umzäunter Garten sollte es sein, sodass Lupo ungefährdet toben kann, ebenerdig mit direktem Zugang nach außen. Gern etwas außerhalb, umgeben von viel Natur und wenig Verkehr. All diese Wünsche wurden im „Kapitänshaus Kittler“ in Wiek im Nordwesten Rügens erfüllt!

Wiek ist ein kleines Dorf am Wieker Bodden, umgeben von Feldern, Wiesen und Wasser. Von dort ist man schnell am Kap Arkona, im Nationalpark Jasmund und auch in den Seebädern Binz, Sellin und Göhren. Rügen ist überschaubar, die Strecken sind nicht lang.

Ferienwohnung im Kapitänshaus Kittler

Wohnung „Die alte Liebe“

Das „Kapitänshaus Kittler“ bietet drei Ferienwohnungen an – „Die große Freiheit“, „Die alte Liebe“ und „Die Sehnsucht“. Ich hatte „Die alte Liebe“ gebucht und war rundum zufrieden. Die Erdgeschosswohnung ist für max. 4 Personen gedacht, wobei eine Belegung mit 2 Personen empfehlenswert ist. Die Wohnung hat eine große Südterrasse mit angrenzendem vollständig umzäunten Gartenanteil, Hundespielzeug inklusive! Das Haus liegt in einer reinen Wohngegend, zu Fuß nach Wiek läuft man über den nebenan liegenden Feldweg ca. 10 Minuten. Parkplätze sind vorhanden, WLAN auch.

Die hübsche Wohnung ist sehr geschmackvoll eingerichtet und ich habe mich mit Lupo sehr wohl gefühlt. Dank Fußbodenheizung war es kuschelig warm, und der vom Ostsee-Baden oftmals nasse Hund konnte auf dem warmen Terracottafliesen-Boden gut und gemütlich trocknen 😉

Die Wohnung hat einen kleinen Flur, von dem man in die Küche, ins Bad (mit Wanne) und ins Wohnzimmer gelangt. Dort liegt nebenan das Schlafzimmer mit einem Doppelbett, im Wohnzimmer befindet sich eine ausziehbare Schlafcouch, die als Sofa dient.

Geschmackvolle, maritime Einrichtungsdetails runden das Gesamtbild der Ferienwohnung ab, und die nette Besitzerin sorgte für ein herzliches Willkommen. Mein Fazit: Für einen Urlaub mit Hund absolut empfehlenswert, und auch die menschlichen Reisenden werden sich garantiert sehr wohl fühlen! Mehr Info hier.

Umzäunter Garten

Wandertouren mit Hund – zwei Vorschläge für schöne Ausflüge

Natürlich wollte ich etwas von der Insel sehen, und die Fellnase braucht ohnehin Auslauf. Ich habe mich für zwei Halbtageswanderungen entschieden, um dem Kleinen nicht zu überfordern. Am Ende war er dennoch ziemlich fertig – bei einem jungen Hund also auf ausreichend Pausen achten! Ältere Hunde und deren Besitzer können die beiden Tourenvorschläge natürlich beliebig ausdehnen – dazu stehen alle Möglichkeiten offen.

Tipp 1: Am Abgrund entlang – Wanderung im Nationalpark Jasmund zum Königsstuhl

Das Gebiet um die Kreidefelsen der Stubbenkammer und des Königsstuhls gehört zum Nationalpark und ist mit dem Auto nicht erreichbar. Entgegen dem Hinweis, das Auto in Hagen auf dem Großparkplatz abzustellen und von dort die übliche Wanderroute zum Königsstuhl zu gehen (wie alle anderen Besucher), habe ich mich entschieden, meine kleine Hunde-Rundwanderung vom Ort Lohme aus zu starten.

Östlich von Lohme liegt das Dorf Ranzow mit dem Schloss Ranzow und dem angeschlossenen Golfplatz. Unterhalb der Einfahrt zum Schloss gibt es einen kostenfreien Caravan-Parkplatz, und von dort führt der ausgeschilderte Weg am Rande des Golfplatz entlang durch einen wunderschönen Buchenwald bis vor zur Steilküste. Dort trifft man auf den Hochuferweg aus Richtung Lohme, der am Königsstuhl vorbei bis weiter nach Sassnitz führt. Ich bin am Besucherzentrum Königsstuhl jedoch nach einer Pause wieder umgedreht, da das Pensum (ca. 6 km) für den 18wöchigen Lupo genug war.

Das Besucherzentrum bietet u.a. eine Aussichtsplattform vom berühmten Königsstuhl. Fast noch schöner ist die Aussicht jedoch auf den Königsstuhl selbst von der Victoria-Sicht gegenüber. Unterhalb des Besucherzentrums (Eintritt p.P. 8,50 €) mit Bistro (Hunde sind erlaubt) und Ausstellung mit Kino (ohne Hund) gibt es noch einen Biergarten mit Restaurant und Imbiss für die Wanderpause.

Blick auf den Königsstuhl

Der Weg zwischen dichten Buchen bietet immer wieder sensationelle Ausblicke die Steilküste hinab auf das in allen Blauschattierungen blitzende Meer. Durch den Kreideabrieb kann man hier sogar türkisfarbene Abschnitte sehen wie in der Karibik. Aber Achtung: Hunde mit Jagdtrieb sind auf dem Hochuferweg unbedingt anzuleinen! Eine Dorfbewohnerin aus Ranzow erzählte mir, das schon mehrere Hunde im Jagdfieber über die Klippe gerannt und in den Tod gestürzt sind…

Meine Wanderung dauerte mit Fotopausen und Verschnaufpausen für Lupo ca. 3 Stunden. Die Natur (Weltnaturerbe!) dort ist wunderschön, ebenso wie die Ausblicke auf Küste und Meer.

Tipp 2: Rund ums Kap Arkona

Diese Rundwanderung führt auf ca. 6 km rund ums berühmte Kap Arkona und führt u.a. zum malerischen Fischerdörfchen Vitt (Beitrag hier!). Auch dieses Gebiet ist autofrei, man parkt vor dem Ortseingang in Putgarten (4,-€/Tag) und läuft dann durch den schönen Ort Richtung Kap. In Putgarten gibt es mehrere hübsche Läden, Cafés und Restaurant sowie den „Rügenhof“ mit kleinen Handwerksgeschäften und Marktständen mit regionalen Produkten. Täglich geöffnet!

Der Rügenhof in Putgarten

Im Ort biegt man halb links in den Schulweg ab, der durch Felder bis vor zu den Leuchttürmen führt. Hier können Hunde frei laufen, was auf dem regulärem Fußweg zum Kap, auf dem auch die kleine Arkona-Bahn fährt, nicht ohne Weiteres möglich ist. Lupo hat´s genossen und ist durch den Wind getobt… 

Nach ca. 2,5 km erreicht man das Marinebunkermuseum und geht an zwei der drei Türme auf dem Hochuferweg vorbei weiter Richtung Vitt, einem winzigen Fischerdorf, das malerisch in einer Uferschlucht liegt. Am Hafen kann man pausieren und frischen Räucherfisch genießen. Der Blick von dort zurück zum Kap ist traumhaft!

Von Vitt geht’s dann zurück nach Putgarten. Hier könnte man auch die Pferdekutsche oder die Arkona-Bahn nehmen, wenn man nicht mehr laufen will. Aber die Tour ist nicht anstrengend, und man kann wunderschöne Ausblicke genießen. Es ist jedoch meist sehr windig, daher auf angemessene Kleidung achten. Und auch hier gilt: Am Hochufer den Hund besser anleinen!

Traumstrände für Zwei- und Vierbeiner: Badevergnügen mit Besuch im Seebad

Mein Hund hat einen Wasserschaden. Das muss man so sagen, denn er liebt Wasser über alles. Mein Rügen-Kurztrip war seine erste Reise ans Meer – und ich habe viel Zeit mit Föhnen, Trockenreiben und Autolüften zugebracht. Auch die Ferienwohnung roch ordentlich nach nassem Hund, aber was will man machen, wenn der Vierbeiner übermütig durch die Brandung tobt?! Mit große Augen, wehenden Ohren und offenem Maul pflügte er den Meeressaum entlang, und da ich leider oftmals heftigen Regen ertragen musste, war er nicht nur am „Unterboden“ nass, sondern komplett bis auf die dichte Unterwolle…

Nach dem tierischen Badevergnügen an einem der weitläufigen Strände empfiehlt sich ein Besuch der berühmten Seebäder Binz, Baabe, Göhren oder Sellin. Ich habe Binz besucht mit seiner wunderschönen Bäderarchitektur und der langen Strandpromenade. Kleine Läden, viele Restaurants und die schöne Fußgängerzone laden hier zum entspannten Bummeln ein.

Nass, aber glücklich.

Tipps für´s Urlaubsvergnügen mit Vierbeiner

  • Außerhalb der Saison (Oktober bis April) dürfen Hunde an jeden Ostseestrand, auch außerhalb der gesondert ausgewiesenen Hundestrände (Übersicht dazu hier), in den Seebädern allerdings besser an der Leine, außerhalb auf den oftmals kilometerlangen Stränden können die Fellnasen ungehindert toben.
  • In der Nebensaison sind noch wenig Touristen unterwegs, aber dafür viele Reisende mit Hund: Ein vierbeiniger Spielkamerad findet sich da leicht, und Gelegenheit für einen Plausch unter den Besitzern ergibt sich auch immer.
  • Die schönsten Strände zum Toben (außerhalb der Seebäder und auch außerhalb der Saison): die 8 km lange Schaabe zwischen Juliusruh und Glowe – feinster Sandstrand und ein herrlicher Kiefernwald hinter der Düne, sowie der Strand bei Prora – weißer Sand, türkisschimmerndes Wasser und ebenfalls Wald im Hinterland.
  • Die Strände an den Steilküsten sind meist sehr steinig, was das Rennen etwas beschwerlich machen kann.
  • In den Dünen haben weder Menschen noch Hunde etwas zu suchen – bitte nur die Strandaufgänge benutzen als Zugang; „Hinterlassenschaften“ der Hunde sind selbstverständlich an den Stränden zu entfernen.
  • Für Wanderungen nach dem Strandspaziergang bietet sich der Kiefernwald an der Schaabe zwischen Ostsee und Bodden an – herrliche Luft und viele Wege zum Laufen.

Strand an der Schaabe

Strand bei Prora

Rügen mit Hund – Top oder Flop?

Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass Rügen sehr hundefreundlich ist. Zumindest in der Nebensaison hat auch der Vierbeiner dort viel Spaß in den Wäldern, auf den Wiesen und Felder und an den weitläufigen Stränden. In den meisten Restaurants sind Hunde erlaubt, vor vielen Läden steht ein Schälchen Wasser bereit. Die Strecken auf der Insel sind kurz – man kann viel sehen, ohne weit fahren zu müssen. Wunderschöne Natur, viel Wasser und ein gut ausgebautes Wanderwegenetz sind ideal für einen Besuch mit (oder ohne) Hund. Dem Lupo hat´s gefallen, und nachdem ich wieder zuhause war, hat er sich am nächsten Tag vor meine Autotür gesetzt und gewünscht, dass wir jetzt doch eigentlich mal wieder losfahren könnten…!

Am Wieker Hafen

 

Viel (Hunde-)Vergnügen und herzliche Weltenbummelgrüße!

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2 Kommentare

  • Reply Nicole 31. August 2017 at 6:15 am

    Hallo Karo, sehr schöner Bericht, macht Lust auf Rügen mit Hund … der ist übrigens zuckersüß

    LG Nicole

    • Reply Karo 31. August 2017 at 7:18 am

      Danke Nicole! Freut mich!

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